20150115-135748.jpgEinige steile Straßen empor geht es mit dem Auto durch die Innenstadt Kapstadts, dann eine noch viel steilere hinauf zur Seilbahnstation. Die Aussicht ist phänomenal, aber noch gar nichts im Vergleich zur letzten Station. Die Gondel steigt fast senkrecht aufwärts und belohnt den glücklichen Mitfahrer schon nach wenigen Minuten mit einer fulminanten Sicht über die Stadt und den Hafen. Oben angekommen wartet eine kilometergroße Ebene mit einem unfassbaren Artenreichtum. Es gibt einen Rundweg und von fast jedem Punkt kann man so weit schauen wie sonst nirgends. Bis zum Kap der guten Hoffnung und hinüber zu den Drakensbergen. Absolut empfehlenswert.

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Kapstadt, City Bowl. Am fünften Dezember, kurz nach unserer Ankunft jährte sich zum ersten mal der Todestag von Nelson Mandela. Der Madiba, der Nach langer Krankheit letztes Jahr verstarb ist noch tief im Gedächtnis der Nation verwurzelt. Sein Antlitz schmückt nun die Fassade eines Hochhauses nahe des Parlamentsgebäudes. Die Blüte der Nation ist leider spätestens seit Beginn der Amtszeit von Präsident Jacob Zuma vorbei. Der Regierungspartei ANC ist gespalten, die Verwaltung ist geprägt von Filz und Korruption und viele leitende Funktionen sind von unfähigen Leuten des Präsidenten-Clans besetzt. Die Stromversorgung funktioniert nur wegen zusätzlich laufender Dieselkraftwerke und die Investoren ziehen sich zurück. Ein kleiner Lichtblick ist jedoch in Sicht. Helene Zille, eine Urahnin des Berliner Millieu-Malers, ist als langjährige Bürgermeisterin in Kapstadt seit 2009 die erste von neun Provinz Premiers, die nicht dem ANC angehört. Ihre Oppositionspartei, die DA (Democratic Alliance) erfreut sich am Westkap großer Beliebtheit. Ihr verdankt Kapstadt und die Provinz Western Cape viele Reformen und Programme, unter anderem auch dringend nötige Verbesserungen bei der Versorgung der Armutsviertel (Townships) und bei der Verbrechens- und Gewaltprävention. Im Hintergrund dieses Bildes ist das Stadion der Weltmeisterschaft zu erkennen, das in der Amtszeit von Bürgermeisterin „Helen“ Zille erbaut wurde.

20141225-062511.jpgAn der Küste der Falsebay entlang führt eine idyllische Route von Muizenberg über St. James nach Kalk Bay, Fish Hoek und Simon’s Town. Parallel zur Straße verläuft eine Bahnlinie. Ich empfehle einmal zu Fuß von Fish Hoek nach Kalk Bay zu laufen. Hier kann man bei gutem Wetter die Aussicht über die gesamte Bucht genießen. Ein Besuch im Fischereihafen ist unbedingt zu empfehlen. Die Kutter bringen zweimal täglich frischen Fisch, der günstig verkauft wird oder im benachbarten Restaurant auch gleich verspeist werden kann. Das Highlight sind die hier lebenden Robben, die sich gleich neben dem Fischmarkt angesiedelt haben. Sie leben von den Fischresten der Marktverkäufer und sind die Publikumslieblinge.

Ankunft in Kapstadt. Der Shuttle holt uns vom Flughafen mit deutscher Pünktlichkeit und schweizer Präzision ab. Diesmal gehts nach fabulous Fish Hoek, dem wohl entspanntesten Badeort in Kapstadt. Von hier aus starten wir diesmal alle Touren. Der Strand ist nah, das Wetter sommerlich warm und der Ausblick fantastisch. Nach einem kleinen dreitägigen South Easter- dem Sturm der die Wolken vom Kap über die Halbinsel treibt – hat man sich gerade einigermaßen erholt. Nach einer Woche kann man sagen: Angekommen.

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landschaft in namibiaDie Zeit verging wie im Fluge. Etwa eine Woche waren wir im Land unterwegs, aber man sollte schon etwas mehr Zeit im Gepäck haben, wenn man den richtig wilden Norden sehen will. Unsere Fahrt geht wieder zurück zur Hauptstadt, wo uns ein familiäres „Braifleis“ erwarten sollte. Dies ist die Bezeichnung für Grillen. Leider findet es zuletzt doch nicht statt. Wir sind gezwungen unseren genialen Wein vom Weingut Boschendal ohne Brai zu verzehren. Der Verlust ist hinnehmbar. Der Wein ein Genuss. Wir nehmen uns vor bei der Rückkehr in die Kap-Region auf jeden Fall mal die legendäre Weinroute einzuschlagen. Bis dahin kann man Namibia auf jeden Fall ein Plus für seine Bierkultur geben. Das Windhoek Lager, das Tafel Lager wie auch die anderen Brands der staatlichen Brauerei Nambrew – sie sind alle vortrefflich und nebenbei auch nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Die Landschaft Namibias hat starken Eindruck auf uns gemacht. Aber auch dieser Hauch der ehemaligen deutschen Kolonialzeit geht nicht ganz spurlos an einem vorbei. Am Ende stellen wir fest fast hauptsächlich deutsche Speisen à la Schweinebraten aufgetischt bekommen zu haben. Die afrikanische Kost, die hauptsächlich aus den vielen Wildsorten wie Springbock, Kudu etc. besteht ist uns ein wenig zu kurz gekommen. Am Ende treffen wir sogar noch Kommilitonen, die auf einer farmähnlichen Wohnanlage nahe dem Flughafen von Windhoek die Außenanlagen planen. Das war nun etwas zuviel der deutschen Bezüge. Dafür fliegt man doch nicht nach Afrika, oder doch?

Wir machen uns auf in den Norden Namibias, um noch etwas mehr vom Land zu sehen. Es geht die B2 Richtung Okahandja und von dort aus über die B1 Richtung Norden über Sukses nach Otjiwarongo. Unterwegs wandelt sich die Landschaft – es wird immer grüner -teilweise gibt es sogar richtige Wälder. In Otjiwarongo gabelt sich die B1 in zwei Richtungen. Wir wollen nach Tsmumeb, also fahren wir über Otavi und Jakalsberg. Hier kommt man ins Gebiet der Kupferminen. Der Ort Tsumeb ist noch heute Kupfermine und auch Schmelze. Von hier aus ist es nicht mehr weit in Richtung Etosha und viele machen hier Rast bevor es in die teuren Safari Resorts geht. Auch wir übernachten hier und geniessen den idyllischen Ort. Das etwas verlassene Minen Hotel besitzt den gleichen Charme wie auch der Rest des Ortes. Abends trifft sich hier alles auf ein Feierabend Bier auf der Terasse. Wir geniessen den Abend und nehmen die steinhart gebratene Seezunge mit Humor. Der Swimming-pool und ein dschungel garten entschädigen für die sonst eher rustikale Einrichtung. Der Service der Rezeption und die freundlichen Leute drumherum lassen einen wie in einem vergessenen Paradies schwelgen. Am nächsten Morgen werden wir uns auf den Rückweg nach Windhoek machen.

Hier verbringen wir ein paar schöne Tage  – es ist ein kurzer Weg an die Mole, über der ein nordeutsch anmutender Leuchtturm throhnt. Ein Palmengesäumter Fußweg verläuft bis zur Landungsbrücke. Eine Robbe tummelt sich im Wasser. Es ist ein idyllischer Off Season Tag – nichts  los auf deutsch. Man kann hier einen Besuch im Mineralien Museum machen, die verbliebene Architektur der Kolonialzeiten bewundern, baden und an der langen und gut gepflegten Strandpromenade spazieren. Unsere Highlights in den vier Tagen in Swakopmund sind eine Fahrt durchs Swakop-Revier (Flussbett) und eine Fahrt in Richtung Walfischbay. Die Dünenlandschaft der Namib auf der Höhe von Longbeach (Langstrand) kann auch mit Quads durchfahren werden. Der Schweinebraten im Brauhaus ist zu empfehlen. Wenn man das im Urlaub haben mag.